Travel Tattoos: Fernweh geht unter die Haut

Travel Tattoos: Du liebst das Reisen und möchtest dies unter deiner Haut verewigen? Ob ein bestimmtes Reiseziel, die ganze Welt oder vielleicht direkt ein Tattoo in dem Land stechen lassen, in dem du bist? Reisen und Tattoos hängen mittlerweile sehr oft zusammen. Auch ich habe ein reisebezogenes Tattoo. Dreimal darfst du raten, welches Land ich mir unter der Haut habe verewigen lassen? Richtig: Singapur!

Tattoos und Reisen: Singapur unter der Haut

Im März 2021 habe ich endlich mein lang ersehntes Tattoo bekommen, welches für mein Auslandssemester in Singapur steht. Ich habe mich für zwei Orchideenblüten in rot-weiß entschieden. Die Orchidee ist die Nationalblume Singapurs und rot-weiß sind die Farben der Flagge Singapurs. Und wenn ich schon keine echten Orchideen am Leben halten kann, dann immerhin so. 😀

Travel Tattoo: Orchidee in Singapurfarben
Orchideen in Singapurfarben || Design und Tattoo von M. Gattara, zz Tattoo in Bremen

Das Tattoo habe ich mir in Bremen bei zz Tattoo von Miriam Gattara stechen lassen. Sie hat mir auch dieses Motiv entworfen. Das war nicht mein erstes Tattoo (genau genommen ist es das 12.), aber dieses hat definitiv am meisten wehgetan.. also Leute: Füße sind empfindlich. 😀

Travel Tattoos: Blogger:innen stellen ihre Reisetattoos vor

Ich habe einige Bloggerkollegen und -kolleginnen nach ihren Reisetattoos gefragt. Dabei sind einige schöne Geschichten und Motive zusammengekommen, die ich dir jetzt vorstellen möchte. Lass dich von den Travel Tattoos der anderen inspirieren.

Ein Tattoo zum Nachtisch auf Koh Phangan – Thailand

Ein Tattoo zum Nachtisch so beschrieb ich damals die Geschichte in meinem Blog Overlandtour. Auf dem Weg durch Thailand lernte ich einen Reise-Buddy unterwegs kennen und abends nach dem Essen ging es vom Haad-Rin Beach in unsere Unterkunft.

Ein Tattoo spukte mir schon länger im Kopf herum und nur die Umsetzung fehlte, da ich auch keine Ahnung hatte wie man tätowiert wird. Nach dem Strand kamen ein paar runtergekommene kleine Geschäfte und darunter auch eine Art Friseur, der wohl auch Tattoos anbot. Kurzer Hand sah ich mir ein paar Vorlagen an und ich kam ins Gespräch mit dem Friseur. Er setzte meine Idee auf einem Blatt Papier um und ich sagte zu. Nach dem ich das vereinbarte Geld für die Bezahlung holte, kam ich zurück und der richtige Tätowierer war da. Mein Reise-Buddy legt von Peter Fox, Wolfgang Petry bis zu den Toten Hosen via YouTube Musik auf, Getränke waren schnell im 7-Eleven besorgt und nach drei Stunden war die Party inklusive Tattoo vorbei.

Bis heute, fast zehn Jahre danach, bereue ich meine Entscheidung nicht und denke jeden Tag an die erste Weltreise meines Lebens zurück. Das einzige ist, dass ich es mir nach acht Jahren noch einmal nachstechen ließ, da die Farbe etwas ausgebleicht war. Kann sein, dass es damals zu oft in der Sonne war als es frisch gestochen wurde, oder die Farbe einfach schlechte Qualität war.

Über Jens:

Nicht länger nur träumen, sondern machen! „Ein Jahr um die Welt!“ Mit diesem Plan startete er kurz nach seinem vierzigsten Geburtstag in sein erstes Sabbatjahr und in ein Abenteuer fern seines Beamtenalltags. Seine Träume muss man leben und Jens reist für sein Leben gerne und schreibt darüber in seinem Reiseblog Overlandtour. Sein zweites Sabbathalbjahr, drei Jahre später, ging dann nach Ostafrika. Das Dritte ist bereits beantragt, zwischendurch ist er auch gerne in seinen normalen Urlauben unterwegs und wandert für sein Leben gerne. Jens schreibt in seinem Blog über Erlebtes und möchte seine Leser inspirieren die Welt zu entdecken.

 

Reiselust Tattoo: Darias Weltkarten-Tattoo

Ich habe mittlerweile sechs Tattoos. Jedes davon ist mit einem anderen Ort verbunden. Wie ist es dazu gekommen? Ich habe bereits in fünf verschiedenen Ländern gelebt und aus vier von diesen Ländern habe ich ein Tattoo mitgenommen. Die Tattoos verbinde ich mit den Orten, an denen ich gelebt habe und den Erlebnissen und Geschichten dort.

Das erste Tattoo habe ich in meiner Geburtsstadt Wolgograd in Russland bei einem Freund zu Hause mit 20 stechen lassen. Dafür ist es echt gut geworden und ich mag es immer noch zehn Jahre später. Mein nächstes Tattoo kommt aus Frankfurt. In Frankfurt habe ich einmal sechs Monate lang ein Praktikum bei einer Bank gemacht. Ich wollte unbedingt ein Praktikum außerhalb meiner Heimatstadt Wien bei einem großen Unternehmen machen und ich habe es geschafft. Das Tattoo aus Frankfurt erinnert mich daran.

Ich habe in meiner Jugend auch ein Jahr auf der schönen Insel Malta verbracht. Jahre später habe ich zwei Tattoos aus Malta als Andenken an meine Lieblingsinsel machen lassen. Jetzt habe ich eine kleine Welle und eine Sonne, die mich immer an die schöne Zeit auf der Insel erinnern.

Seit mehr als zehn Jahren mit einigen Unterbrechungen lebe ich jetzt in Wien. Die Zeit hier ist mit vielen Höhen und Tiefen verbunden. Das Leben ist nicht immer einfach und happy, aber jeder muss seinen Weg erstmal finden und gehen. Dafür steht das kleine Unalome an meiner Hand. Und jetzt kommen wir schon zu meinem letzten und größten Projekt aus Hamburg. Ich habe zwar in Hamburg nicht gelebt, aber ich mag die Stadt sehr gerne. Das Tattoo aus Hamburg ist eine Weltkarte, die dafür steht, dass man weltoffen bleiben und die Chancen überall auf der Welt wahrnehmen soll.

Ich habe ja am Anfang geschrieben, dass ich in fünf verschiedenen Ländern gelebt habe. Das heißt, es fehlt mir noch ein Ort. Ich habe ein Auslandssemester in Turin, Italien verbracht. Damals habe ich aber noch kein Tattoo aus Italien mitgenommen. Die Idee hatte ich erst später. Aber vielleicht hole ich es noch nach und dann habe ich tatsächlich ein Tattoo aus jedem Land, in dem ich mal gelebt habe.

Über Daria:

Daria lebt in Wien. Zusammen mit ihrem Freund Thomas erzählt sie im Reiseblog Konpasu.de von Erlebnissen, Essen und außergewöhnlichen Orten in der ganzen Welt.

 

Südafrikas Nationalblume: Die Protea

2017 bin ich für drei Monate durch Südafrika gereist, wovon ich die meiste Zeit in Kapstadt verbracht habe. Relativ zum Beginn meiner Reise, war ich in den Drakensbergen und bereits dort hatte sich in mir der Gedanke festgesetzt, mir noch in Südafrika ein Tattoo stechen zu lassen. Dieser Gedanke ist in mir bis zum Ende der Reise gereift, bis ich endlich einen Termin in einem Studio in Kapstadt vereinbarte. Das Motiv stand dabei von Anfang an fest: eine Protea, die Nationalblume von Südafrika.

Der Tattoo-Termin lief dann perfekt und ich denke immer mit einem Lächeln an den Tag zurück. Zunächst war ich mit Freundinnen auf dem Neighbourgoods Market an der Old Biscuit Mill frühstücken, ehe wir alle gemeinsam gemütlich zum Studio geschlendert sind. Mein Tätowierer hatte das Motiv schon vorbereitet und es war sofort nach meinem Geschmack. Das Stechen ging dann super schnell und ich war überglücklich mit meinem Souvenir.

Der traumhafte Tag war aber längst noch nicht vorbei. Denn wir sind dann weiter in die Innenstadt gezogen, haben uns das neu eröffnete Zeitz MOCAA angeschaut und an der Waterfront gegessen. Und abends sind wir nach einem Braai (südafrikanisch für grillen) mit guten Freunden, noch weiter um die Häuser gezogen. Ein perfekter Tag und jedes Mal, wenn ich mein Tattoo anschaue, muss ich daran denken.

Über mich

Lynn schreibt auf ihrem Blog Lieschenradieschen reist über ihre kleinen und großen Reisen auf unserem wunderschönen Globus. Ihr Herz hat sie an das südliche Afrika verloren und versucht so oft es geht, dorthin zu reisen.

 

Meer & Jakobsweg: eine einzigartige Jakobsmuschel

Die letzten 12 Monate haben nicht nur die Welt auf den Kopf gestellt, sie haben auch mein Leben um 180 Grad gedreht. Covid-19 hat meine Weltreisepläne durchkreuzt, mich einen Van ausbauen lassen und mich in 2020 bestimmt 1000 Kilometer auf den verschiedensten Wanderwegen laufen lassen. Dabei bin ich doch ein Sonnenkind und Wasserliebhaber 🙂 Tja oft kommt es eben doch anders als man denkt und plant. 

Genau so kam es auch, dass es mich Ostern 2020 das erste Mal auf einen Jakobsweg verschlagen hat. Einfach abschalten, an nichts denken, sich leiten lassen und draußen sein in der Natur – das war die Idee. Bis dato war mir ehrlich gesagt nicht bewusst wie viele Jakobswege es tatsächlich auch hier bei uns in Deutschland gibt. 

Von Plochingen am Neckar ging es bis nach Tübingen auf dem Jakobsweg von Rothenburg o.d.T. bis Rottenburg a.N.. Als ich loslief regnete es in Strömen, für mich das absolute worse case Scenario. Schon bald konnte man den Regen nicht mehr von den Tränen unterscheiden. Wahnsinn was der Kopf mit einem macht wenn man ihm keinen Input gibt. Da kommen doch recht viele Dinge ans Tageslicht die man bis dahin gut verdrängt hatte. Ich war frisch aus einer langjährigen Beziehung raus, traurig über die Verschiebung meiner Weltreise und war mir so unsicher was 2020 noch mit sich bringen würde. 

Ein weiteres Mal bin ich kurz nach Pfingsten los, dieses Mal war Startpunkt Limburg an der Lahn – ab auf den “Lahn Camino”. Dieses Mal ging es vier Tage entlang der Lahn bis Lahnstein, knapp 100 km. Konditionell könnte ich wohl noch einige Tage weiterlaufen, aber meine Füße brauchen dringend eine Pause. 

Die Zeit auf dem Jakobsweg war für mich eine sehr prägende Zeit, die mich schlussendlich dazu gebracht hat diese Erfahrung zu verewigen. Meine Muschel steht für das besondere Jahr 2020, meine Zeit auf dem Jakobsweg, aber auch für meine Liebe zum Meer. Weshalb es auch nicht die typische Jakobsmuscheln geworden ist, sondern eine Eigenkreation. 

Über Isabelle:

Seit ihrer ersten großen Reise nach Nordamerika ist Isa von lustloszugehen.de dem Fernweh verfallen. Ob Kitesurfen lernen an den schönsten Kitespots weltweit, tauchen mit Haien oder einem Campingurlaub in Europa: Die Reisebloggerin liebt Abenteuer. 

 

Signature-Tattoo von der stylischsten 104 jährigen Omi Apo Whang-Od

Ich wollte mich schon lange tätowieren lassen, wartete aber vergebens auf den besonderen Moment. Inzwischen war ich schon stolz drauf, zu den wenigen Nicht-Tätowierten in meinem Freundeskreis zu gehören.

Das änderte sich 2018 im Philippinenurlaub. Wir waren gerade in den Reisterrassen, als wir am letzten Abend vor der Weiterreise entschieden, spontan in das nur 80 km entfernte Buscalan Village zu fahren. Wir wollten Apo Whang-Od und ihr Dorf sehen, über die wir kurz vor unserem Urlaub etwas im deutschen Fernsehen gesehen hatten. Damit stand auch schon fast fest, wir lassen uns tätowieren, wenigstens ihr Signature-Tattoo!

Nach 2 1/2 Stunden Fahrt und einem einstündigen Fußmarsch bei strahlender Sonne kamen wir an. Whang-Od sah genauso stylisch aus wie auf den Bildern. Zehn Minuten später hämmerte sie uns ihr Signatur-Tattoo mittels Pomelodorn am Bambusstab in unsere Haut. Bei dem anschließenden Foto griff sie mir versehentlich in den Schritt und alle ums uns herum lachten. Später fanden wir heraus: das war ein „Signature-Move“ von ihr, das Internet ist voll von ihren „Vergehen“. Da ich nun „tattoo-süchtig“ war, ließ ich mir von Whang-Ods Nichte noch ein zweites Tattoo hämmern – einen Kompass, der mich seitdem durchs Leben lenkt.

Apo Whang-Od
Bene & Apo Whang-Od | Foto: Bene, Bendjaontour.de

Das war also der „besondere Moment auf den ich gewartet hab: Ein Stammes-Tattoo – „gehämmert“ von der kultigsten Person ever mitten in den Bergen der Philippinen, der Heimat meiner Mutter.

Über Bene:

Hi, ich bin Bene aus Hannover, ein Halb-Philippino, der gerne reist, aber erst seit 1 1/2 Jahren ein leidenschaftlicher Travelblog-Noob ist. In meinem Blog berichte ich über die vergangenen Reisen mit meiner Frau Ann-Katrin aka die Maus!

 

Känguru-Tattoo auf meiner Schulter – gestochen im Australien-Urlaub in Melbourne

Als Michelle zum Round Up mit dem Titel „Tattos & Reisen“ aufrief, fiel mir sofort ein besonderes Highlight während meiner Reise durch Südaustralien und Tasmanien ein. Das ist zwar schon viele Jahre her, bleibt aber für immer in meinem Gedächtnis eingebrannt, vielmehr auf meiner Schulter eingestochen. Man muss vorausschicken, dass ich an Weihnachten Geburtstag habe und schon sehr lange davon geträumt habe, einmal im Sommer meinen Geburtstag zu feiern. Da das in Deutschland bekanntlich nicht funktioniert, drehte ich den Spieß um und flog im Herbst/Winter 2012 mit meinem Freund nach Australien.

Auf meinen Geburtstag im australischen Sommer hatte ich mich auch deshalb so gefreut, weil ich mirendlich meinen langgehegten Wunsch erfüllen wollte, in Australien ein Tattoo stechen zu lassen. Tatsächlich hatte ich schon vorher Skizzen gemacht, wie es aussehen sollte: Ein Känguru im Dot Painting Style nach Aboriginal Art. Direkt nach Weihnachten, das wir bei Freunden verbrachten, die nach Australien ausgewandert sind, saß ich im Tattoo Studio in Melbourne und die Aufregung war groß. Zuerst drückte mir der Tätowierer die erstellte Vorlage zum Durchpausen auf die gewünschte Stelle auf der rechten Schulter. Ich schob mir ein Stück Traubenzucker in den Mund – soll gegen Schwindel und Kreislauf-Schwäche helfen – und stellte mich auf fürchterliche Schmerzen ein. Tatsächlich fühlte es sich überhaupt nicht schlimm an, ich nahm das Stechen nur als leichtes Brennenwahr. Das Ergebnis war perfekt und ist bis heute eine bleibende Erinnerung an meinen Geburtstag in Australien.

Über Simone:

Ich bin Simone, freiberufliche PR-Redakteurin und Eventmanagerin aus Bonn. In meinem Blog findest du authentische Reisetipps und Anregungen für deinen Urlaub. Regelmäßig veröffentliche ich mein Kultding des Monats. Der Fokus liegt aufbesonderen Orten, Menschen und Ereignissen, die man nicht immer auf den ersten Blick sieht. So erklärt sich der Name: Kultreiseblog – Das Reiseblog mit Kult[ur].

Das waren die Travel Tattoos meiner Mitblogger:innen. Alle haben ihre ganz eigene Geschichte und Bedeutung. Hast du ein Lieblingsmotiv? Oder hast du sogar ein eigenes Reisetattoo? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

2 Kommentare zu „Travel Tattoos: Fernweh geht unter die Haut

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