Singapur: Wie genau find ich mich hier jetzt zurecht?

Das waren sie schon Tag 002-004. Die Zeit rennt, oder so ähnlich.

Was hab ich also erlebt die letzten Tage?

Tag 002: Samstag

Um mich hier etwas zurecht zu finden, habe ich mich auf die Socken gemacht und das Hostel Gelände mal unter die Lupe genommen. Dabei habe ich auch den Waschraum gefunden und mir Waschmarken besorgt. Beim etwas verlorenen Umherirren kam die Securitydame vom Eingang auf mich zu. War ein wenig gruselig. Aber sie wollte wissen wie es mir geht, wo ich herkomme, was ich so mache. Eine ganz nette Unterhaltung hatten wir. Sie ist super lieb und irgendwie immer da. Kleiner Spoiler: Sie grüßt mich jeden Tag und fragt immer was ich so erlebt habe. 😀

Naja, das Aufregendste am Samstag war wohl der Trip in ein kleines Einkaufscenter. Also ging ich ohne Sonnenschutz, ohne Sonnenbrille und ohne Sonnenhut in der Mittagssonne zu dem Center (ist einen guten Kilometer vom Hostel weg) und wurde von der Securityfrau als verrückt erklärt. Sie hat mir zum Bus geraten, den ich auf dem Rückweg auch genommen habe. Dazu später mehr.

Französisches Frühstück: Croissant und Eistee
das erste Frühstück in Singapur

Mein erstes Frühstück in Singapur war – Widererwarten – französisch! Ich hab in dem Center einen kleinen französischen Bäcker gefunden und habe mir einen Eistee und ein Croissant gegönnt. Danach war ich in der singapurischen Variante von DM (ganz schön teuer :<) und im Supermarkt, der auch nicht gerade günstig war. Aber was in Singapur ganz selbstverständlich ist: man packt den Einkauf aufs Band und die KassiererInnen räumen das direkt in Plastiktüten ein. War sehr ungewohnt. Und außerdem konnte ich dem süßen Kram nicht widerstehen:

Süßigkeiten aus Singapur: Pocky Sticks und Hello Panda

Pocky Sticks durfte ich auch schon in diversen Vernasche die Welt Boxen sehen. Zum Beispiel in der Japan Box 2019.

Nun stand die Busfahrt an. Ja, im Bus in Singapur läuft das so: Man bezahlt nach Strecke. Barzahlung ist generell doppelt so teuer wie die Fahrt mit einer öffentlichen Verkehrskarte. Du kannst nicht mit Scheinen zahlen, du musst dir jemanden zum Wechseln suchen. Und hast du dann endlich Münzen, es aber nicht passend. Ja, dann haste Pech. Der Automat gibt kein Rückgeld. Echt nervig. Was auch auffällt ist, dass alle Busse klimatisiert sind. Also erleidet man jedes mal einen Hitzeschock beim Aussteigen und man erfriert beim Einsteigen. Gilt für Geschäfte oder sämtliche andere Bereiche ebenfalls.

Tag 003: Sonntag

Der Sonntag war spannender. Hier haben die Geschäfte an Sonntagen nämlich auf. Und ich habe mir sagen lassen, dass die Leute hier an den Wochenenden immer viel unternehmen. Ich machte mich mit dem Bus also auf den Weg zur Clementi Mall. Das ist ein ziemlich großes Einkaufscenter, welches ca. 15 Busminuten von mir entfernt ist. Und es war gut besucht! Dort schlenderte ich durch die Läden (und fand so viel süßen asiatischen Kram). Ich konnte einem kitschigen Laden nicht widerstehen und habe mich mit einem Anstecker und Stickern ausgestattet. #idontregretanything

Ich habe mir eine sogenannte EZ-Link Card besorgt, mir etwas Geld darauf geladen und bin endlich mobil. Ab jetzt heißt es: in den Bus/die Bahn steigen, Karte vor das Lesegerät halten und beim Ausstieg wieder scannen. Und dann wird das Geld automatisch abgezogen. Kostet 5 Euro und kann dann nach Belieben aufgeladen werden. Und die Busfahrten sind endlich günstiger, yes!

EZ Link Karte mit Marvel Motiv

Auch durch die „Fressmeile“ zog es mich. Am liebsten wäre ich in den Sushi-Laden gerannt. Dieser bestand aus einem riesigen Laufband und ganz vielen Sitzplätzen. Das was man so klischeehaft kennt. Und man kann sich dann einfach jeden beliebigen Teller runter nehmen und bezahlt pro verzehrtem Teller 1.50 S$. Das werd ich auf jeden Fall machen. Aber gestern probierte ich bloß ein „Egg-Which“ mit Schokolade. Das Ganze ähnelt einem Pfannkuchen, der aber nicht so süß war. Dazu trank ich „Rosella Fruit Cactus Tea“. Der erste Geschmack war hui. Der Nachgeschmack eher pfui.

Impressionen aus einer Mall in Singapur
meine erste Mall in Singapur

Auch der Bubble Tea in Singapur ist nicht der, den man aus Deutschland kennt. Es gab einen Milk-Tea und die Bubbles waren einfach nur pappsüß. Nix mit Erdbeerbubbles in Ananas-Grüntee oder so :<

Milk Tea mit Tapioka Perlen

Nach einem Mittagsschläfchen, da ich richtig fiese Kopfschmerzen hatte, begab ich mich zu dem Touristenort in Singapur: zum Marina Bay Sands Hotel. Ich kam im hellen an und fand das Ganze schon echt wahnsinnig toll. Im Dunkeln war es noch viel schöner anzusehen. Das Hotel wird angeleuchtet, die Helix-Bridge ist beleuchtet. Im Hintergrund sieht man die Super-Trees und der Singapore-Flyer wechselt auch ständig seine Farben. Das war sehr, sehr schön!

Impressionen rund um die Marina Bay
Das erste Mal Marina Bay Promenade inkl. meinem ersten Selfie mit Marina

Der Weg zurück gestaltete sich als recht schwierig.. der Bus zurück hielt nicht auf der gegenüberliegenden Seite und es dauerte 30 Minuten, bis ich eine Buslinie fand, die mich zurück brachte. Ebenfalls wichtig beim Busfahren: Busse halten nicht selbstverständlich. Wenn man einsteigen will, dann sollte man sie heranwinken.

Tag 004: Montag

Der erste Unitag – yay. Ich fühlte mich heute Morgen ein wenig wie vom LKW überfahren. Draußen grummelte und donnerte es, die Blitze waren nur zu erahnen. Und ich erlebte meinen ersten Regen hier. Aber trotzdem war es noch immer tierisch heiß. Wobei die Leute heute bei 27-29°C und einer Luftfeuchtigkeit von 89% von „kaltem Wetter“ gesprochen haben.

Der Weg zur Uni gestaltete sich als unkompliziert, am letzten Umstiegspunkt gabelte mich mein „Buddy“ auf. Jingwei war von März bis Mai bei uns in Deutschland und nun bin ich hier. Er zeigte mir, dass es einen sogenannten „Campus Rider“ gibt. Ein kostenloser Bus, der von der Pioneer-Station zur NTU fährt. Das war ziemlich cool und man kommt auf jeden Fall an.

In der Uni fiel ich dann fast vom Glauben ab. Das Ganze ist keine einfache Uni, das ist eher eine eigene Stadt. Die Gebäude sind riesig, es gibt eine Klinik vor Ort, einen Supermarkt, eine kleine Bühne, jede Menge Möglichkeiten dort zu essen (neben den Kantinen gibt es Subway, McDonalds, Starbucks usw.), eine Bibliothek, sooo viele Hörsäle, ein Ticketoffice, an dem Tickets für Bus und Bahn gekauft werden können, eine Druckerei, Geldautomaten, ein Souvenirshop.. es ist wirklich eine kleine eigene Stadt. Dann gibt es jede Menge Pflanzen dort, Springbrunnen – nicht zu vergleichen mit den Unis, die ich kenne.

Pflanzen im und am Unigebäude der NTU
alles ist begrünt

Beim Mittagessen hab ich auch gefühlt alles falsch gemacht. Erst einmal brauchte ich eine Art „Mensakarte“. Die bekommt man, lädt sie mit Geld auf und dann zahlt man damit. Bargeld wird in der Kantine nicht angenommen. Es gibt eine riesige Auswahl an Ständen von japanisch über chinesisch, koreanisch, singapurisch – auch Halal und nicht Halal werden unterschieden. Ich holte mir ganz klassisch Reis mit Hähnchen und nahm mir Essstäbchen mit. „Kannst du damit überhaupt essen?“, meine Kollegen starrten mich skeptisch an. „Ja, klar.“ So weit so gut. Das Reisessen gestaltete sich dann doch als sehr schwierig und ich holte mir einen Löffel. Einen pinken. Ich wurde dann nett daraufhin gewiesen, dass die pinken Löffel ausschließlich für halal Essen genutzt werden. #oops

Die Portion war riesig, ich schaffte längst nicht alles. Ich glaube die anderen haben es leider so verstanden, dass ich das Essen nicht mochte. Aber es war super lecker, nur viel zu viel ^^“

NTU von außen
Eines der Gebäude, in denen ich studierte

Fazit: Die Uni ist riesig und anfangs sehr unübersichtlich. Ich glaube es wird dauern, bis ich da eigenständig klar komme. Die Leute sind alle sehr nett. Und wenn man Hilfe braucht, dann bekommt man die auch. 🙂

Michelle

0 Kommentare zu „Singapur: Wie genau find ich mich hier jetzt zurecht?

  1. Ich fand die Bahn in Singapur klasse, und vor allem fand ich die Menschen unglaublich hilfsbereit. Wir hatten nämlich auch keine Ahnung, was wir machen müssen, um von A nach B zu kommen. Aber wir bekamen wirklich von allen Seiten Hilfe.
    Liebe Grüße
    Angela

  2. Liebe Michelle,
    Studieren im Ausland ist schon eine geile Sache! Diese Erfahrungen werden dir so manches in deinem späteren Leben vereinfachen, gerade weil du so etwas schon gemeistert hast.
    Die Hilfsbereitschaft in Singapur fand ich immer wieder beeindruckend und hat uns sehr oft weitergeholfen, wenn wir mal etwas planlos waren.
    Liebe Grüße
    Alex

  3. Liebe Michelle, auch wenn der Anfang an Uni und Stadt ein wenig holprig gelaufen ist, ich wette genau an diese lustigen Geschichten wirst du dich dein Leben lang erinnern. Die Pocky Sticks mag ich übrigens sehr im Matcha Geschmack, die habe ich erst kürzlich im Thailand Urlaub probiert
    Viel Erfolg für deinen Zeit!
    Beste Grüße Simone

  4. Spannend. Ich war zwar schon mehrmals in Singapur aber dort studieren ist bestimmt eine andere Nummer. Leider habe ich das verpasst. Viel Spaß weiterhin!

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