Schwarzer Tourismus: Wo liegt die Grenze zwischen Voyeurismus und Aufklärung?

Die Blogparade zum Dark Tourism ist super angekommen und ich habe knapp 20 spannende Berichte mit den unterschiedlichsten Denkweisen, berührenden Erfahrungsberichten und Orten bekommen. Dabei sind Europa und Asien als Destinationen vertreten. Schwarzer Tourismus kann also auf der gesamten Welt ausgeführt werden.

Schwarzer Tourismus: Was sagen andere Blogger dazu?

Das Thema Schwarzer Tourismus (auch dark tourism) ist ein kontrovers diskutiertes Thema und ich habe die verschiedensten Definitionen und Meinungen dazu gelesen. Viele stören sich am Begriff „Schwarzer Tourismus“, anderen gefällt es z.B. nicht, dass Katastrophentourismus und Schwarzer Tourismus häufig synonym verwendet werden. Auch die Art des Reisens kommt nicht bei jedermann gut an, wobei häufig gesagt wird, dass die Absicht hinter einem Besuch wichtig ist.

Auf Facebook konnte ich einige Einblicke in die Meinung anderer Bloggerkollegen sammeln und darf sie euch (mit Einverständnis!) vorstellen.

Ich finde weder den Begriff dark noch Tourismus passend. Wenn man wirklich reist, gehört es dazu, solche Orte nicht auszuklammern.“ B. Charbonnier, Lucky Ways

Solche Orte sind Zeitzeugen der Geschichte.Wellness Bummler

Das ist mal eine interessante Idee… obwohl ich wirklich überlegen muß, über so etwas zu schreiben… viele Touristen verhalten sich (leider) oft eben nicht so respektvoll…“ T. Klindworth, SPANESS

Normalerweise mag ich solche Orte im Urlaub ja nicht besuchen. Die sind gewöhnlich furchtbar deprimierend. Allerdings gibt’s Ausnahmen. In Lloret de Mar hat mich zum Beispiel der Jugendstilfriedhof sehr beeindruckt.“ M. Fuchs, TravelWorldOnline

Ich war schon in Dachau und dieser Besuch wirkt heute noch nach. So schrecklich gewesen. Ich dachte, ich höre die Toten in meinem Kopf… Ihre Hilferufe kurz vorm Tod, ihr Leiden… jeder sollte solch ein Ort besuchen.“ C. Régnard-Mayer, Frauenpower trotz MS

Interessantes Thema, ich würde da aber einen Unterschied machen, ich finde die Definition aber irgendwie nicht passend, denn für mich ist es ein Riesenunterschied ob ich einen Katastrophenort besuche oder eine KZ Gedenkstätte die sollte meiner Meinung jeder mal besucht haben, gerade in Zeiten wie diesen.“ I. Altmann-Oettel, MitKindimRucksack

Ich mag den Begriff „Black Tourism“ nicht. Ich finde, er wertet die besuchten Gedenkstätten und Katastrophen-Orte ab und verharmlost die Orte. Ist ein bisschen wie „Katastrophen-Tourismus“, wo die Leute hinreisen, um sich ihre Sensationsgier zu befriedigen. […]“ U. Hecker, Bambooblog

Ihr könnt bereits an diesen Kommentaren sehen, wie kontrovers dieses Thema ist. Nun möchte ich euch aber die teilnehmenden Beiträge vorstellen.

Dark Tourism Blogparade: die Teilnehmerbeiträge

Weltwunderer: 24 Stunden Phnom Penh mit Kindern – zwischen Himmel und Hölle

Jenny und Alexander von Weltwunderer berichten über ihren 24-stündigen Aufenthalt in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Sie entschieden sich damals gegen die Killing Fields und besuchten stattdessen das Genocide Museum, welches gegenüber vom Königspalast situiert liegt. Das Genocide Museum ist eine ehemalige Schule, die die roten Khmer zu einem Gefängis und einer Folterstätte umfunktionierten. Trotz alledem haben die beiden Phnom Penh mit einer freundlichen Atmosphäre kennen lernen dürfen und bewundern die Fröhlichkeit der Menschen dort, gerade aufgrund der schwarzen Vergangenheit.

2 ON THE GO: Killing Fields Kambodscha: Choeung Ek bei Phnom Penh

Gina und Marcus von 2 on the go waren ebenfalls in Kambodscha unterwegs. Allerdings besuchten die beiden die Killing Fields bei Phnom Penh. Aus dem Tuol Sleng Gefängnis wurden die Opfer damals von den roten Khmer auf die Killing Fields gebracht, wo sie gefoltert und getötet wurden. Noch heute spült der Regen Knochen und Kleidungsreste an die Oberfläche der Massengräber. Der wohl schlimmste Teil der Killing Fields ist ein Baum, welcher mit bunten Gedenkbändchen geschmückt ist. Dieser Baum wurde genutzt um Babys und Kleinkinder an ihm zu Tode zu schmettern.

Kambodscha, Killing Fields, Gedenkbändchen
Mahnmal auf den Killing Fields, Kambodscha, Quelle: pixabay.com

Kulturtänzer: Hiroshima

Kathi war 2011 in Hiroshima und berichtet darüber, was ihr in 24 Stunden dort erleben könnt. Der erste Eindruck war, dass die Stadt wunderschön sei, trotz der Atombombenvergangenheit. Besonders das Friedensdenkmal, welches auch als Atombombenkuppel bezeichnet wird, hat Kathi am meisten bewegt. Dieses Gebäude wurde von der Atombombe „Little Boy“ getroffen und brannte komplett aus, lediglich die Stützkonstruktion des Dachs ist noch übrig. Auch die weiteren Gebäude sind sehr beeindruckend und ziehen sehr viel Geschichte mit sich.

The Road Most Traveled: 10 Courts of Hell, Singapur

Ich selbst habe ebenfalls einen Beitrag zum schwarzen Tourismus beigetragen. Als ich in Singapur war, habe ich im Park Haw Par Villa das Museum „10 Courts of Hell“ besucht und dort findet sich die Geschichte wieder, was nach dem Tod passiert, je nachdem was man sich während des Lebens zu Schulde hat kommen lassen.

Scenic-World: Zu Gast bei einer Tana Toraja-Beerdigung

Alex und Jürgen von Scenic-World durften einer Tana Toraja Beerdigung beiwohnen. Diese Art von Beerdigung ist ein ganz besonderes und vor allem teures Fest. Wenn eine Person stirbt, kann die Beerdigungszeremonie erst durchgeführt werden, sobald das Geld zusammengespart wurde. Das kann auch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Solange wird der Tote als „sehr krank“ bezeichnet, ihm wird regelmäßig eine Kleinigkeit zu Essen vorgesetzt und um die Verwesung vorzubeugen wird die Leiche mumifiziert und ihr wird regelmäßig Formalin gespritzt. Am Beerdigungstag werden viele Tiere wie Schweine und Büffel gespendet und geopfert, Schamanen und die nähere Verwandschaft tanzen.

Indonesien, Toraja-Beerdigung, Tana Toraja
Tana Toraja-Beerdigung in Indonesien | Foto: Jürgen Erhardt, Scenic-World

Flocblog: Reise nach Tschernobyl: die strahlende Tour zum Atomkraftwerk

Florian vom flocblog berichtet über seine Reise nach Tschernobyl und wie er den Tag in der Geisterstadt Prypjat wahrgenommen hat. Es kam zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Gefahr auf. Florian hat die Militärs als gelangweilt wahrgenommen und auch die Sicherheitsvorschriften seien nicht sehr hoch. So stört es niemanden, wenn die Gebäude betreten werden, die es aufgrund von möglicher Einsturzgefahr nicht sollten. Lediglich das Fernhalten vom roten Wald und einigen Gewächsen wie Pilzen wird geraten, da diese eine erhöhte Radioaktivität aufweisen.

Anita auf Reisen: Leben in der Sperrzone: Tour nach Tschernobyl

Auch Anita hat eine Tour nach Tschernobyl mitgemacht und berichtet in einem Interview mit einer Bewohnerin der Sperrzone, wie das Leben dort ist. Evdokija Semionovna ist über 70 Jahre alt und widersetzte sich dem Verbot der Regierung und zog damals in ihr Bauernhaus, 30 km vom Reaktor 4 entfernt, zurück. Heutzutage baut sie ihre eigenen Kartoffeln an und isst auch Fische aus dem Fluss und sammelt Pilze, bis auf einige Alterserscheinungen ginge es ihr aber so weit gut.

Tschernobyl, Gasmasken
Gasmasken in Tschernobyl, Quelle: pixabay.com

Anita auf Reisen: Dark Tourism in Wien: Gruselig-schaurige Erlebnisse

Wien hat einiges für schwarze Touristen zu bieten. Neben Gruseltouren und dem Zentralfriedhof gibt es ein Foltermuseum. Dort werden die verschiedensten Folterszenarien mithilfe von Puppen dargestellt, sodass man sich die Qual und das Elend bildlich vorstellen kann. Laut Tripadvisor sind die Top-5 Dark Tourism Plätze in Wien der Stephandsdom, das dritte Mann Museum, der Zentralfriedhof, die Peters- und die St. Anna Kirche. Anita weist in ihrem Beitrag ebenfalls auf den Podcast DARK.wien hin, vielleicht ist das ja etwas für einige meiner Leser?

Denise‘ Bucketlist: Schwarzer Tourismus? – Ein Besuch in Auschwitz-Birkenau

Denise hat das KZ Auschwitz-Birkenau besucht und beschreibt als einen ihrer Beweggründe, dass sie sich sehr für Geschichte interessiert hat. So war ihr Zweitfach im Bachelor Geschichte und nach dem Master hat sie sich für ein Fernstudium in europäischer Geschichte eingeschrieben. Sie hat sich viel mit dem Holocaust und dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Ein Gefühl von Beklemmung machte sich auf dem KZ Gelände breit, einige Bilder haben sich in Denise‘ Gedächtnis gebrannt. Leider bleibt auch Auschwitz-Birkenau nicht vor dem perfekten Instagram-Foto verschont und somit sieht man Selfies und Gruppenfotos an einem Ort, an dem dies nicht sein sollte.

Kulturtänzer: Zu Besuch im KZ Sachsenhausen – Auf den Spuren deutscher Vergangenheit

1938 wurde das KZ Sachsenhausen zur zentralen Verwaltungsinstanz für alle Konzentrationslager im deutschen Machtbereich. Dadurch war ein großer Teil der SS dort stationiert und KZ-Kommandanten und Bewachungspersonal wurde dort ausgebildet. Erst 1950 wurde das Lager als letztes geschlossen, ca. 12.000 Menschen starben bis zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort. Heutzutage befindet sich auf dem Gelände die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen.

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KZ Auschwitz-Birkenau, Quelle: pixabay.com

Côté Langues: Texterin und Übersetzerin auf der Suche nach vergessenen Konzentrationslagern

Andrea bereist viele Konzentrationslager. Sie hat bekannte Lager wie Sachsenhausen oder Buchenwald besucht, aber sucht besonders nach vergessenen Lagern wie das Waldlager Horgau oder das Jugenschutzlager Uckermark. Das Ganze entspringt persönlicher Natur, da sie in einer Familie aufwuchs, in der das Dritte Reich tabuisiert wurde. Sie reist für ihre Oma und Hartl, dem ersten Mann ihrer Oma, der im KZ Dachau umgebracht wurde. Doch die Bezeichnung des schwarzen Tourismus lehnt sie für sich ab, da dies Reisen für die Erinnerung sind und dies nichts mit Tourismus zu tun hat.

Côté Langues: Dark Tourism: Untersuchungsgefängnis Leistikowstraße in Potsdam

Durch Zufall entdeckte Andrea das Unterschungsgefängnis in Potsdam. Dort wurden Menschen, besonders kurz nach dem Krieg, inhaftiert, denen eine Mitschuld an NS-Verbrechen vorgeworfen wurde. Auch der Verdacht, dass man der Untergrundorganisation Werwolf angehöre, reichte für eine Inhaftierung. Kritik am Regime war nicht gern gesehen, somit wurden verschiedene Menschen durch den Vorwurf Spionage eingesperrt – der jüngste Insasse war gerade einmal 12 Jahre alt. Massive Folter, extremer Hunger und eisige Kälte gehörten zum Standardprogramm des Gefängnis‘. Auch die hygienischen Gegebenheiten waren unterirdisch und verbesserten sich erst in den 1960/1970er Jahren.

Berlinerin in Frankreich: Orte des Grauens, der Trauer und der Freude: Über den Umgang mit Katastrophen in Frankreich

Feli berichtet auf ihrem Blog Berlinerin in Frankreich sehr persönlich über schreckliche Ereignisse, die sich innerhalb der letzten Jahre in Frankreich zugetragen haben. Sie war in unmittelbarer Nähe und konnte sich doch schützen. Aber der Umgang der Franzosen mit Katastrophen ist sehr besonders. Feli beschreibt es so, dass wenn ein Unglück passiert in Frankreich, so wird es zu einem nationalen Unglück. Im Anschluss erfolgt eine Umdeutung ins Positive. Schock und Trauer werden zu einer Feier, bei der die Werte und Frankreich geehrt werden. Aus Verzweiflung wird Hoffnung. Man gehört zu der Gruppe der Franzosen. Diese Zugehörigkeit lässt einen solch ein Grauen ertragen.

The Adoptive Sister: Schwarzer Tourismus

Melissa erzählt in ihrem Beitrag, wie sie zum schwarzen Tourismus steht und dass es für sie wichtig ist, dass man mit Anstand und Respekt solche Orte besucht. Sie selbst hat bereits mehrere Orte besucht, wie z.B. das KZ Bergen-Belsen oder Culloden Moor gesehen. Wobei sie sich vorher nie mit dem Thema dark tourism auseinandergesetzt hatte. Als sie dann auf den schwarzen Tourismus aufmerksam wurde, stellte sie fest, dass sie selbst ein dark tourist ist. Und Melissa würde auch jederzeit wieder an solche Orte reisen, um sich zu bilden und etwas zu lernen.

Katakomben Paris, Schädel, Totenschädel
Katakomben in Paris, Quelle: pixabay.com

Bambooblog: Katastrophentourismus – wie geil ist das denn?

Ulrike haderte anfangs ziemlich mit dem Thema und war sich nicht sicher, ob sie wirklich etwas zum schwarzen Tourismus schreiben sollte. Solche Katastrophen wie Tschernobyl oder Fukushima sind nichts für Ulrike und an solche Orte würde sie nicht reisen. Wohingegen jüdische Friedhöfe, alte Moorleichen oder Mahnmale zu Krieg und Folter eine spannende Geschichte mit sich bringen. Ulrike sagt, dass sie auch die dunklen Ecken ansehen und mit offenen Augen für die Vergangenheit und die Gegenwart durch die Welt reisen muss um ebendiese zu verstehen.

Urban Roach: Schwarzer Tourismus – Ein paar Gedanken

Roach befasst sich auf Urban Roach größtenteils mit der Suche nach Lost Places und lichtet diese ab. Somit kam sie auch schon desöfteren mit dem Begriff schwarzem Tourismus in Berührung. Roach erzählt unter anderem von einem vierfachen Mord durch eine Rohrbombe in Oberwart, aber auch von leerstehenden Häusern und Psychiatrien. Gerade letztere mag sie nicht besonders, denn die Geschichten hinter der Schließung können unfassbar grausam sein. Gerade die Abschlussfrage finde ich spannend: Lässt sich schwarzer Tourismus eigentlich vermeiden?

Wandernd: #10. D-Day-Feiern an den Landungsstränden. „Where have all the flowers gone?“

Ilona erzählt über den D-Day und wie sie ihn als Deutsche empfindet. Sehr emotional berichtet sie über den britischen Soldatenfriedhof in Bayeux und die Landungsstrände, an denen ein grausames Gemetzel stattgefunden hat. Heutzutage wird der D-Day gefeiert. Kanadier, Briten, Franzosen und Amerikaner – alle treffen sich und feiern den Auftakt der Befreiung. Aber Ilona selbst fehlte die Distanz zu den Schrecken des Soldatentums, ihr war das Ganze sehr unangenehm. Für die einen ist der D-Day eine große Feierei, für Ilona ist es schwarzer Tourismus.

Banksy, Streetart, Mural, Mädchen mit Herzballon
Banksy Mural, Quelle: pixabay.com

Gin des Lebens: Schwarzer Tourismus – Reisen zwischen Aufklärung und Sensationsgier

Ines und Thomas haben Anfang 2019 eine Reise durch Jordanien, Israel und Palästina. Durch einen unglücklichen Zufall gelangten die beiden in Palästina in ein Flüchtingslager und erlebten dort eine Achterbahn an Emotionen. In dem Lager haben sie ein trauriges Foto mitsamt Geschichte erblickt, auf dem ein 13 jähriger Junge abgebildet ist, der beim Spielen mit seinen Freunden von einem Israeli erschossen wurde. Auch Streetart von Banksy oder Cakes_Stencils in Bethlehem thematisieren die beiden, denn hinter den großartigen Kunstwerken stecken häufig traurige Geschichten.

Sandra Wickert | Text and the City: Phänomen Dark Tourism – Schwarzer Tourismus

Eine ganz andere Ansichtsweise von schwarzen Tourismus hat Sandra in ihrem Beitrag angebracht. Die typischen Orte wir Tschernobyl und Co. sind nicht mehr wegzudenken aus der Szene, aber was wäre, wenn man die Definition schwarzer Tourismus etwas weiter fasst? Gehören Orte, an denen auf Homosexualität noch immer die Todesstrafe steht,so wie die Vereinigten Arabischen Emirate, zu so genannten dark tourism Spots? Und was ist mit Minsk? Die weissrussische Hauptstadt, die die letzte bestehende Diktatur Europas hat? Inwiefern zählt der ethische Charakter einer Reise zum Dark Tourism? Neben diesem sehr interessanten Ansatz findet ihr noch ein kurzes Interview mit Sebastián Cuevas von Between Distances.

 

Dark tourism: Ein Fazit

Aus den meisten Beiträgen geht hervor, dass besonders die Absicht hinter der Reise ausschlaggebend dafür ist, ob das Ganze „guter schwarzer Tourismus“ oder einfach nur Voyeurismus ist. Viele spannende Ansätze wurden gemacht, Meinungen gebildet und von sehr emotionalen Erlebnissen berichtet. Besonders berührt hat mich der Beitrag über die Killing Field von Gina und Marcus. Besonders spannend fand ich den Ansatz von Sandra im Bezug auf die ethischen und moralischen Gegebenheiten.

Es gibt also nicht nur die eine richtige Definition, so wie es scheint, gibt es viele subjektive Einflüsse, die in den schwarzen Tourismus einfließen. Danke für all diese emotionalen und sehr intensiven Beiträge über ein Thema, welches schnell schwer im Magen liegen kann.

Wer sich für das Thema interessiert, der sollte sich die Serie The Dark Tourist ansehen.

7 Kommentare zu „Schwarzer Tourismus: Wo liegt die Grenze zwischen Voyeurismus und Aufklärung?

  1. Über „Schwarzer Tourismus“ hatte ich zuvor noch nie etwas gelesen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die das freiwillig machen. Aber mal ehrlich es gibt anscheinend für alles einen Markt.
    Alles Liebe
    Annette

  2. Wir waren letztes Jahr kurz vor Silvester in den Katakomben in Rom. Dort waren aber alle Gräber leer. Man sagte uns, weil es Touristen gab, die Knochen gestohlen hätten. Deshalb hat man sie umgebettet. Bei Culloden Moor waren wir letzten Sommer. Das war auch bedrückend, vor allem im Museum. Da lief ein Film, als wenn man direkt in der Schlacht steht!

    Liebe Grüße
    Jana

  3. Das war ja eine richtig spannende Blogparade mit so vielen unterschiedlichen Beiträgen.
    Ich selbst schaue mir tatsächlich gerne alte Friedhöfe und ähnliches an. Einen Besuch in Tschernobyl muss ich dagegen nicht gemacht haben. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass jeder mal ein KZ besucht haben sollte, wobei das für mich auch eher etwas mit Bildung statt mit Tourismus zu tun hat. Schwierig, da eine Definition zu finden …

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