21 Kaffeekulturen und Kaffeespezialitäten aus aller Welt

Kaffee ist ein treuer Begleiter für viele Menschen. In allen möglichen Variationen gibt es dieses Getränk: ob warm oder kalt, stark, mit Milch oder Zucker, wahlweise auch mit Sirup, koffeinfrei oder mit Ei. Kaffeespezialitäten aus aller Welt finden immer mehr Anklang. Mithilfe einiger BloggerkollegInnen habe ich einen weltweiten Kaffeeguide zusammengestellt. In diesem finden sich viele spannende Kaffeespezialitäten aus aller Welt.

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Kaffeespezialitäten aus aller Welt

Im Folgenden ist ein ausführlicher Kaffeeguide mit Kaffeespezialitäten aus aller Welt entstanden zu dem mehr als 15 BloggerInnen beigetragen haben. Herzlichen Dank für den spannenden Einblick in die weltweite Kaffeekultur.

Kaffeespezialitäten aus Asien

Kopi Gu You: Butterkaffee aus Singapur

In Singapur gibt es Kaffeeketten wie Sand am Meer. Ich persönlich habe dort zum allerersten Mal einen Starbucks besucht und war danach leider verliebt. Die asiatischen Kreationen waren toll und auch viel günstiger, als die deutsche Version der Kaffeekette. Was ich leider nicht in Singapur probiert habe, ist der Butterkaffee Kopi Gu Yuo. Somit habe ich diesen exta für meinen Kaffeeguide über die Kaffeespezialitäten aus aller Welt ausprobiert.

Zubereitung vom Butterkaffee: Diese Kaffeespezialität wird mit gesüßter Kondensmilch und Butter serviert. Zuerst werden einige Teelöffel gesüßte Kondensmilch in ein Glas gegeben. Starker Filterkaffee wird vorsichtig auf die Milch gegossen, ohne diese aufzuwirbeln. Anschließend gibt man eine Scheibe Butter auf den Kaffee. Diese schmilzt und bildet die typischen Fettaugen auf dem Kaffee. Durch die Kondensmilch ist das Ganze recht süß, darauf stehen die Menschen in Singapur.

Meist wird Kaffee in Singapur süß und mit Milch serviert, genau mein Geschmack. Mein Freund war nicht der größte Fan davon, er trink seinen Kaffee aber auch lieber schwarz und pur.

Butterkaffee aus Singapur
Kaffeespezialitäten aus aller Welt: Butterkaffee aus Singapur

Vietnamesischer Eierkaffee

Ein Tipp von Gina und Marcus vom Blog 2 on the go.

Zu Kaffeespezialitäten aus aller Welt gehört der vietnamesische Eierkaffee. Der Eierkaffee ist eine Spezialität, die besonders im Norden, in Hanoi sehr beliebt ist. Zunächst rümpft man ja vielleicht die Nase, wenn man hört, dass Kaffee mit geschlagenem Eigelb serviert wird. Aber wir sind ja vor (fast) nix fies und so haben wir bei unserem Aufenthalt in Hanoi – die letzte Station unserer Weltreise – den Kaffee sofort probiert. Und wir waren begeistert! Der vietnamesische Kaffee an sich ist ja schon besonders lecker. Er hat eine ganz besonders aromatische Note, die wir so noch nicht woanders gefunden haben.

Der Eierkaffee besteht aus einem sehr starken Kaffee, auf dem eine dicke Haube aus einer Creme sitzt, die aus Eigelb und gesüßter Kondensmilch besteht. Mehr ein Dessert als ein Getränk, hat es uns entfernt an Tiramisú erinnert.

Wir waren der Leckerei sofort verfallen und der Eierkaffee gehörte fortan täglich aufs Programm, solange wir in Hanoi waren.

vietnamesischer Eierkaffee
vietnamesischer Eierkaffee | Foto: 2 on the go

Dalgona Kaffee

Ein Tipp von Cornelia vom Blog SilverTravellers.

Er ist wohl der Kaffee des Corona-Lockdowns – während viele von uns in Home-Office und selbst auferlegter Social Distance mehr Zeit als sonst zu Hause verbrachten, schwappte aus Südkorea ein absolut Instagram-tauglicher Kaffeetrend zu uns herüber. Der Dalgona Kaffee eroberte von Asien aus via Social Media die Welt – in erster Line, weil er so interessant aussieht. Als hätte man den Cappucchino auf den Kopf gestellt: ein Glas Milch wird getoppt von fluffigem Kaffeeschaum. Aber wie bekommt man das so hin?

Viele Zutaten braucht es nicht. Den cremigen Kaffeeschaum erzeugst du mit Instant-Kaffee, Zucker und heißem Wasser im Mischungsverhältnis 1:1:1 – also beispielsweise jeweils 4 Esslöffel von jeder Zutat. Das gibst du alles zusammen in einen Mixbecher und schlägst es mit einem Handrührgerät oder der Küchenmaschine kräftig und lange auf. Nach ca. 3-4 Minuten entsteht durch das Aufschlagen ein cremig-fluffiger Kaffeeschaum. Nun musst du nur noch Milch in ein geeignetes Glas füllen, nach Belieben mit oder ohne Eiswürfel. Auf die Milch gibst du dann löffelweise den Kaffeeschaum – fertig ist der Dalgona Kaffee.

Probiere es doch einfach mal aus! Falls du keinen Instant-Kaffee zur Hand hast, kannst du alternativ auch einen starken Espresso verwenden – wie das geht, kannst du im Beitrag Dalgona Kaffee – so mixt du das neue Kultgetränk auf Cornelias Blog SilverTravellers lesen.

Dalgona Kaffee
Dalgona Kaffee | Foto: SilverTravellers

Türkischer Mokka

Ein Tipp von Thomas vom TürkeiReiseblog.

Das erste Kaffeehaus in Europa wurde 1543 in Istanbul eröffnet. Das Osmanische Reich eroberte kurz davor den Jemen auf der arabischen Halbinsel. In der Stadt Mokka im Jemen kamen Handelsschiffe aus Äthiopien an, der Heimat der Kaffeepflanze. Ein guter Kaffee kommt in der Türkei aufgrund der Geschichte noch immer aus dem Jemen. Die Zubereitungsart in der heutigen Türkei und in Europa könnte jedoch nicht unterschiedlicher sein.

In der Türkei siedest du den traditionellen Mokka in einem Cezve (Ibrik). Das ist eine kleine Kanne mit einem langen Griff. Du gibst in den Cezve das Kaffeepulver ungefiltert zusammen mit Wasser hinein. Der Cezve kommt danach auf einen Ofen mit Holzkohlen oder heißen Quarzsand. Der Kaffee sollte dabei nicht kochen, weil sich sonst die Kaffeepartikel im gesamten Gefäß verbreiten. Er wird auch während der Zubereitung nicht umgerührt. In einem Kaffeehaus in der Türkei wirst du deswegen vor der Bestellung schon gefragt, wie viele Zuckerwürfel in den Kaffee hineinkommen sollten.

Ein guter Kaffeekoch bringt die Mischung aus Wasser und Kaffee immer bis kurz vor dem Siedepunkt, damit mehr Schaum entsteht. Dabei achten sie immer darauf, dass die Kaffeepartikel am Boden bleiben. Serviert wird der Kaffee danach in kleinen Tassen, die der Größe einer Espressotasse ähneln. Der Geschmack von einem Türkischen Mokka ist aufgrund der Zubereitungsart sehr intensiv. Das ist der Grund, weshalb ihn viele mit einem oder zwei Zuckerwürfeln trinken. Du merkst auch den viel größeren Koffeingehalt in einem Türkischen Mokka.

Einen Kaffee nach der Zubereitungsart kannst du in fast allen türkischen Restaurants in Deutschland probieren. Griechische und die meisten arabischen Restaurants haben einen ähnlichen Kaffee im Angebot, somit kannst du dich durch Kaffeespezialitäten aus aller Welt probieren.

Mehr zum Türkischen Mokka gibt es in einem eigenen Beitrag von Thomas auf dem TürkeiReiseblog.de.

Türkischer Mokka
Türkischer Mokka | Foto: TürkeiReiseblog.de

Kopi Luwak

Ein Anti-Tipp von Isabel vom Blog Child & Compass.

Den teuersten Kaffee der Welt gibt es in Indonesien. ‚Kopi Luwak‘, das klingt erst mal nett. Dass die Bohnen in Katzendärmen veredelt werden, das muss man mögen. Auch die dazu gehörende Massentierhaltung. Denn eigentlich wohnt der Fleckenmusang im Dschungel und frisst frische Kaffeebohnen von den Bäumen. Eine Toilette besitzt er nicht, sein Geschäft verrichtet er gerne an wechselnden Orten. Die Hinterlassenschaften müssten hinter Lianen und Gestrüpp erst mal gefunden und eingesammelt werden, um daraus endlich den aromatischen Kaffee aufbrühen zu können.

Du merkst schon, eine aufwändige und teure Angelegenheit, wenn man irgendwo auf Sumatra oder Sulawesi durch den Urwald laufen und nach Katzenscheiße Ausschau halten muss.

In viel zu kleinen Käfigen werden die Kaffeekatzen daher gehalten und zu allem Übel auch noch den Touristen präsentiert. Gut haben sie es, vor einem Panorama in den Reisterrassen Ubuds, für das die Urlauber bis ans Ende der Welt nach Bali reisen.

Hier erhälst du mehr Infos, warum Katzenkaffee Tierquälerei bedeutet und du besser die Finger davon lassen solltest.

Kopi Luwak Katzen in Bali
Luwak-Kaffee Katzen, Bali | Foto: Child&Compass

Kaffeespezialitäten aus Amerika

Maple Bacon Latte

Ein Tipp von Carina von Coffee2Stay.

Ein Leben ohne Kaffee ist möglich, aber vermutlich sinnlos. Und da es mir mit kross gebratenem Bacon ähnlich geht, ist diese ungewöhnliche Kombination perfekt. Ein solches Rezept aus den USA habe ich vor einigen Monaten im US Weekly Coffee Lover’s Companion entdeckt. Außerdem müssen Kaffeespezialitäten aus aller Welt nicht immer nur süß sein.

Du benötigst eine Tasse frischen Espresso, einen Esslöffel Ahornsirup, eine Tasse aufgeschäumte Milch und richtig kross gebratenen Bacon (Frühstücksspeck). Je nach Geschmack kannst Du noch etwas Karamellsirup oder Schokosirup hinzugeben. Ich habe stattdessen die obere Hälfte eines „Salted Caramel“-Twix genommen und zerkleinert.

Während der Speck brutzelt, den Ahornsirup in eine Espressotasse geben und mit frisch gebrühtem Espresso auffüllen. Schoko-Karamell-Stückchen dazu geben und schmelzen lassen. Milch aufschäumen und den Inhalt der Espressotasse mit einem beherzten Schwung hinzugeben. Den Bacon in kleine Stückchen brechen und auf dem Milchschaum verteilen.

Fazit? Einen Versuch wert! Die Latte schmeckt trotz Ahornsirup und Karamell überhaupt nicht süß und der Bacon ist kein Fremdkörper.

Maple Bacon Latte
Maple-Bacon-Latte, Foto: Coffee2Stay

Red Frog Coffee aus Costa Rica

Ein Tipp von Miriam von Nordkap nach Südkap.

Costa Rica ist eines der bekanntesten Kaffeeanbaugebiete überhaupt – nebst Bananen ist es vor allem der Kaffee, genauer gesagt Arabica, der exportiert wird und damit einer der wichtigsten Wirtschaftszweige.

Wer den besten Kaffee im Land probieren will, muss nach La Fortuna an den Fuße des Vulkans Arenal. Dort gibt es den kleinen Laden „Red Frog Coffee Roasters“. Durch den Lavaboden gedeihen die Kaffeepflanzen hier besonders gut – und sind intensiv, aber mild im Geschmack. Inhaber Roy weiß alles über Kaffee und plaudert auch gerne über sein Lieblingsprodukt, während man sich alte Röstmaschinen anschauen kann. Als ich ihm erzählte, dass ich eigentlich keinen Kaffee mag, sagte er sofort: „Ich mache dir einen, den du mögen wirst. Heiß oder kalt?“

Ein paar Minuten später saß ich in dem Soda, wie man die kleinen Gaststätten und Cafés in Costa Rica nennt, und schlürfte an einem Eiskaffee, der nicht so wirklich nach Kaffee, dafür aber enorm lecker schmeckte. Mein Freund trank genau das Gegenteil: einen starken schwarzen heißen Kaffee. Auch er war begeistert.

Wer die Wirtschaft noch ein wenig ankurbeln will, kauft direkt bei Roy Kaffeebohnen – die gibt es in verschiedenen Varianten, stark und nicht.

Röstmaschine für Red Frog Kaffee Costa Rica
alte Röstmaschine | Foto: Nordkap nach Südkap

Kaffee Traditionen auf Jamaika und Roatán/Honduras

Ein Tipp von Kathy vom Blog Ahoi und Moin Moin.

Unterwegs im Norden von Südamerika genauer gesagt in Honduras und auf der karibischen Insel Jamaika komme ich richtig auf den Geschmack Kaffee zu trinken.

Der Kaffee auf der Insel Jamaika wächst hoch in den Bergen zwischen 900 m und 1700 m in den Blue Mountains. Zumeist sind die Berge im Nebel und von Wolken verhangen, perfekte klimatische Bedingungen, um langsam wunderbar zu reifen und ein tolles Aroma zu entwickeln. Von diesem Kaffee werden jährlich ca. 2700 t produziert. In Deutschland kann man den Kaffee in ausgewählten Kaffeefachgeschäft erwerben.

Zur gleichen Zeit unterwegs auf der Karibikinsel Roatán in Honduras war lockt mich der frische Duft von Kaffee in ein kleines Café. Wieder probiere ich köstlichen Kaffee, nur leider kann mir die Bedienung leider verkauft da sie selbst auf die Bestellung wartet, sonst hätte sie mir gerne welchen verkauft. Wieder zu Hause begab ich mich auf die Suche nach aus Honduras. Dabei wurde ich auf den Kaffee von Doña Victoria aufmerksam. Der Kaffee umfasst Café Crème und Espresso Classico mit Blends von 90 bzw. 70 Prozent honduranischem Arabica, der mit indischem Robusta zu einer harmonischen Mischung ergänzt wird. Der Kaffee wird in Frankfurt und in Berlin in einem schön gemütlich eingerichtet Café verkauft und wenn ihr Lust habt, schaut doch einfach vorbei und probiert vor Ort die leckeren Kaffeekreationen.

Kaffee aus Jamaika und Honduras
Kaffee aus Jamaika und Honduras | Foto: Ahoi und Moin Moin

Kaffeespezialitäten aus Europa

Espresso

Ein Tipp von Barbara von Reisepsycho.

Klein, schwarz, stark – und so aromatisch! Für mich vermittelt kein Kaffee der Welt ein genussvolleres Gefühl als ein klassischer Espresso. Allein wie der duftet!

So tragisch das jetzt für andere Nationen sein mag: den einzig wahren Espresso machen die Italiener. Ok, zugegeben, in Portugal schmeckt er auch sehr gut – aber überall anders kann man ihn vernachlässigen. Ein „kleiner Schwarzer“ in Österreich ist eine verwasserte Brühe dagegen. Doch was macht den italienischen Espresso so besonders?

Zunächst einmal die Bohne. Die muss eigens für Espresso geröstet sein und dann ganz fein gemahlen werden. Die Tasse muss vorgewärmt sein und das Wasser 86-90°C haben. Ganz besonders ist der richtige Druck in der Siebträgermaschine. Für einen perfekten Espresso durchfließen etwa 25ml Flüssigkeit das Kaffeepulver in 25 Sekunden – so entsteht dann die feine Crema oben drauf.

Übrigens: den besten Espresso kriegt man in Italien dort, wo die Maschine im Dauerbetrieb läuft. Also an den Raststätten, am Bahnhof und in stark frequentierten Cafés am Tresen!

Espresso
Espresso | Foto: Reisepsycho

Bosanska Kafa – Der bosnische Kaffee

Ein Tipp von Philipp vom Reiseblog Journication.

Zu Kaffeespazialitäten aus aller Welt zählt eine besondere Spezialität für Balkan-Reisende: der bosnische Kaffee, ausgeschenkt in traditionellen, kunstvoll gearbeiteten Kupfer-Kännchen. Die Sets sindnicht nur ein nettes Touristen-Souvenir aus Sarajevos Altstadt Baščaršija, sondern finden sich noch heute wegen ihres praktischen Nutzens in den meisten Cafés des Landes. Bei der Zubereitung des besonderen Kaffees werden die Unterschiede zu den äußerlich ähnlich wirkenden Kaffeespezialitäten aus der Türkei oder Griechenland deutlich: Es wird kein Zucker hinzugegeben! Am besten benutzt du staubfein gemahlenes Kaffeepulver mit nicht zu dunkler Röstung – auf dem Balkan erhältlich in jedem Supermarkt. Ein Löffel Pulver ins Kännchen geben, mit zwei Dritteln heißem Wasser aufschütten und bis kurz vor Überkochen auf der Herdplatte lassen. Serviert wird der Bosanska Kafa dann mit Würfelzucker und Gebäck.

Besonders gut schmeckt er natürlich in der richtigen Umgebung: Auf journication.de erfährst du alles über eine Reise in Bosniens Hauptstadt Sarajevo oder die anderen Länder des Balkans.

bosnischer Kaffee
bosnischer Kaffee | Foto: Journication

Café Bombón

Ein Tipp von Sandra von Tracks and the City.

I like my coffee like how I like my men: Stark, süß und mit dem gewissen Etwas. Kleiner Scherz, aber tatsächlich vereint der Café Bombon diese Eigenschaften auf ganz wunderbare Weise: Die Basis ist ein ordentlich aufgebrühter Espresso, der gemütlich zwischen zwei unterschiedlichen Arten von Milch eingebettet ist. Ursprünglich aus Valencia habe ich Café Bombón meist in Madrid oder Andalusien getrunken, weshalb ich immer, wenn ich Spanien-Sehnsucht habe zu dieser Kaffeevariante greife.

Der Café Bombón kommt in drei Schichten daher: Zunächst wird in ein Kaffeeglas gesüßte Kondensmilch gegeben, über den dann ganz vorsichtig der Espresso gegossen wird. Gekrönt wird das ganze dann mit einer Haube aus Milchschaum. Für sehr heiße Tage gibt es eine Variante, bei der die Kondensmilch nicht erwärmt wird, sondern eiskalt eingegossen wird und zusätzlich noch ein Eiswürfel hinzugegeben wird.

Café Bombón
Café Bombón | Foto: Tracks and the City

Caffè Leccese

Ein Tipp von Ilona vom Blog wandernd.de.

Caffè Leccese nennt sich eine Kaffeespezialität aus Apulien, dem Absatz des italienischen Stiefels. Benannt ist er nach der Stadt Lecce, getrunken wird er aber in der ganzen Region.
Für einen solchen Caffè Leccese braucht man nicht viel: guten italienischen Espresso, Eiswürfel und Mandelmilch. Die Mandelmilch ist sehr süß und dient somit als Süßungsmittel. Das Rezept ist einfach und simpel, das Ergebnis kräftig, süß und erfrischend.

Im Salento, dem südlichen Teil Apuliens, ist das Leben der Menschen auch häufig noch ein einfaches und wahrlich nicht leichtes – aber durch und durch geprägt von italienischer Lebensart.

Lecce aber sagt man, es sei eher wie eine Stadt in Norditalien: Aufgeräumt, sauber, geschäftig und studentisch. Und das stimmt. Das Einkommen und die Lebensqualität ist höher als in anderen Orten der Region. Und diese Mischung aus süditalienischer Lebensart und norditalienischer Lebensqualität führt dazu, dass man hier wohl ziemlich gut leben kann. Es überrascht mich irgendwie gar nicht, dass dieser kräftige, süße und erfrischende Drink genau nach dieser Stadt benannt ist. Er schmeckt nach der Leichtigkeit des Seins, die hier durch die Straßen weht.

Caffé Leccese
Caffé Leccese | Foto: wandernd.de

Einspänner und Fiaker

Ein Tipp von Gudrun vom Blog Reisebloggerin.at.

Verloren sind sie, die Touristen, allesamt verloren, wenn sie in Wien ein Kaffeehaus betreten und einen Kaffee bestellen. Denn merke, so etwas Banales wie Kaffee kennen und servieren wir hier nicht! In der langjährigen Wiener Kaffeehaustradition, die sogar zum UNESCO Weltkulturerbe gekürt wurde, serviert man um die 50 verschiedene Kaffeehausspezialitäten. Eine davon nennt sich Einspänner.

Der Einspänner ist ein Espresso, der in einem Henkelglas mit einer Schlagobershaube angerichtet wird. Der Name kommt von den Kutschenfahrern, die vor ihrer Kutsche nur ein Pferd eingespannt hatten. Mussten die Kutscher auf Fahrgäste warten, hielt die Schlagobershaube den Espresso warm. Kam Kundschaft zum Einsteigen, wurde einmal schnell umgerührt und der Einspänner hatte Trinktemperatur. Bestellt man übrigens einen Fiaker, kommt noch ein Stamperl Rum in den Kaffee. Zwei Kaffeespezialitäten aus aller Welt, für jede Gemütslage.

Einspänner im Café Schwarzenberg
Einspänner im Café Schwarzenberg | Foto: Reisebloggerin.at

Wiener Melange

Ein Tipp von Daria und Thomas vom Reiseblog Konpasu.

Die Wiener Melange oder einfach Melange ist die bekannteste österreichische Kaffeespezialität. Sie kommt direkt aus der Hauptstadt Wien, wo sie um 1830 das erste Mal angeboten wurde.

Der Name leitet sich aus dem Französischen „melanger“ ab, was „mischen“ bedeutet. Damit ist das Wichtigste gesagt: Eine Melange ist eine 1:1 Mischung aus einem kleinen Espresso (meist eher mildere Sorten) und heißer Milch. Üblicherweise kommt obendrauf noch Milchschaum. Zum Schluss kann man noch ein klein wenig Kakaopulver auf den Milchschaum geben. Die Melange wird in einer größeren Tasse serviert und nicht in einem Glas.

Wie man vielleicht schon gemerkt hat, ist die Melange einem Cappuccino sehr ähnlich. Beide Kaffeespezialitäten haben übrigens den gleichen Ursprung, den Kapuziner Kaffee. Das ist ein ebenfalls in Wien entstandener kleiner Mokka mit wenigen Tropfen Schlagobers. Sie geben dem fertigen Kaffee die Farbe einer Kapuzinerkutte. Daher kommt auch der italienische Name Cappuccino.

Zwischen der klassischen Wiener Melange und dem Cappuccino gibt es trotzdem klare Unterschiede. Bei einem Cappuccino wird deutlich mehr Milchschaum und ein Espresso mit einer stärkeren Sorte verwendet. Das Verhältnis Kaffee zu Milchschaum beträgt 1:2. Die Zubereitung des Schaums ist bei einem Cappuccino wichtiger als bei einer Melange.

Eine Erinnerung an den Kapuziner ist die Zubereitung einer Melange in traditionellen Wiener Kaffeehäusern. Im Café Sacher wird eine Melange zum Beispiel mit einer kleinen Haube aus Schlagobers serviert. Der Schlag fehlt in anderen Kaffeehäusern, die nicht zum UNESCO Welterbe Wiener Kaffeehauskultur gehören.

Probiere während einer Reise nach Wien auf jeden Fall eine Melange in einem der klassischen Wiener Kaffeehaus und zum Vergleich eine Melange in einem eher neuen Café. Tipps zu guten Kaffeehäusern stehen in unserer Liste mit Sehenswürdigkeiten in Wien auf Konpasu.de.

Wiener Melange
Wiener Melange | Foto: konpasu.de

Kaffeespezialitäten aus Afrika

Kaffeezeremonie in Äthiopien

Ein Tipp von Claudia und Dominik von Weltreize

Keine Sammlung über Kaffee könnte vollständig sein, ohne eine Erwähnung der traditionellen äthiopischen Kaffeezeremonie. Denn im Südwesten des Landes, genauer in der Region Kaffa, hat der Legende nach ein Ziegenhirte zufällig die belebende Wirkung der Kaffeebohne im 9. Jahrhundert entdeckt. Damit war der Buna (amharisch für Kaffee) geboren und konnte seine Reise um die Welt antreten. Die Kaffeezeremonie ist bis heute ein fester Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens Äthiopiens, und wir haben sie ein paar Mal miterlebt.

Zu einer echten äthiopischen Kaffeezeremonie solltest du viel Zeit mitbringen. Sie ist ein echtes Erlebnis. Die meist weibliche Gastgeberin trägt dabei ein traditionelles weißes Gewand mit bunten Bordüren und sitzt auf einem Schemel. Das sind die einzelnen Schritte der Zeremonie:

  1. Die noch grünen Kaffeebohnen werden gewaschen,
  2. dann in einer leicht gewölbten Metallschale einige Minuten geröstet,
  3. .schließlich in einer Schale mit einem Mörsen handgemahlen,
  4. währenddessen wird über dem offenen Feuer Wasser erhitzt,
  5. das grobe Kaffeemehl kommt nun in die Jabana, die traditionelle Kaffeemühle aus Ton,
  6. dann wird das Wasser aufgegossen,
  7. nun kommen erstmal 1-2 Löffel Zucker in die kleinen henkellosen Kaffeetassen, bevor
  8. aus ca. 10-30 cm Höhe der frische Kaffee kunstvoll von der Gastgeberin hineingegossen wird.
äthiopische Kaffeezeremonie: die Gastgeberin trägt weiß
Äthiopische Kaffeekultur | Foto: Weltreize

Um die Feierlichkeit der Zeremonie zu unterstreichen, wird Weihrauch angezündet. Als wir in Äthiopien waren, wurde zum Kaffee immer Popcorn serviert, was ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber dann sehr charmant ist. Der Kaffee wird in der Regel dreimal aufgegossen, denn der Legende nach bringt das dem Haus Segen. Es wäre also unhöflich, vorher zu gehen.

Der äthiopische Kaffee ist kräftig und deutlich cremiger als wir ihn kennen. Selbst Dominik, der seit Jahrzehnten keinen Kaffee mehr getrunken hatte, hat im Land des Kaffees täglich seinen „Ethiopian Coffee“ bestellt. Man trinkt ihn übrigens 3x täglich: Nach dem Frühstück, dem Mittagessen und dem Abendessen.

El Barraquito, der besondere Kaffee von den Kanaren

Ein Tipp von Renate von Raus ins Leben.

Wir haben den Barraquito auf La Palma kennen- und liebengelernt. Er ist wunderbar süß und vereint den herben Kaffeegeschmack mit süßer Kondensmilch und einem Schuss Vanillelikör. Oben drauf kommt etwas Zimt und wer mag, noch eine Zitronenzeste. Der Barraquito soll ursprünglich aus Teneriffa stammen, wo er Mitte des letzten Jahrhunderts in der Bar Imperial in Puerto de la Cruz den Gästen angeboten wurde. Mittlerweile findest du ihn auch auf den anderen Kanareninseln.
Zubereitung: Für den Barraquito benötigst du 30 ml süße Kondensmilch, 2 doppelte Espresso, 2 cl Vanillelikör, heißer Milchschaum, gemahlener Zimt und eine Zitronenzeste. In dieser Reihenfolge füllst du die Zutaten vorsichtig in ein hohes Glas, damit sich sichtbare Schichten bilden. Beim Kaffee hilft der Trick, ihn ganz langsam über einen umgedrehten Kaffeelöffel zu gießen. Dann etwas Garnierung oben drauf – fertig. Lass es dir schmecken!
Barraquito
Barraquito | Foto: Raus ins Leben

Ägyptischer Kaffee mit Kardamom

Ein Tipp von Jasmin (und Jan) vom Blog TheHikeTribe.

Da meine Mutter Ägypterin ist, erinnere ich mich gut an den Geruch von würzig duftendem Kaffee, der in der goldenen Kanaka zubereitet und in kleinen Tassen auf einem Tablett serviert wurde, wenn wir bei meiner Familie in Kairo zu Besuch waren. Und euch heute trinke ich “Ahwa” sehr gerne.

Was den ägyptischen Kaffee ausmacht ist die Zubereitung mit Kardamom. “Ahwa” wird entweder arriha (leicht gesüßt), mazboot (mittel süß), zyada (sehr süß) oder sada (ungesüßt) getrunken. Ungesüßt wird der Kaffee allerdings nur zu traurigen Anlässen getrunken. Denk bei deinem Ägyptenurlaub daran deinen Kaffee entsprechend zu bestellen, sonst wird er vielleicht zu süß.

Die frische Kaffeemischung mit Kardamom und zusätzlichen Gewürzen kannst du in Ägypten in einem speziellen Kaffeeladen kaufen. Aber auch in Deutschland kannst du ihn in einem türkischen oder nahöstlichen Supermarkt finden.

Zubereitung: Wenn du die Gewürzmischung gekauft hast, gibst du eine Tasse Wasser mit ein bis zwei Teelöffeln ägyptischem Kaffeepulver und Zucker nach Belieben in die Kanaka, rührst ihn gut durch und erhitzt ihn bis er anfängt aufzuschäumen. Dann nimmst du die Kanaka vom Herd, schwenkst den Kaffee, und schenkst ihn dann in die kleinen Tassen ein. Qualitätsmerkmal eines ägyptischen Kaffees ist übrigens der Schaum auf der Oberfläche.

ägyptischer Kaffee mit Kardamom
ägyptischer Kaffee mit Kardamom | Foto: TheHikeTribe

Kaffeespezialitäten aus Australien & Ozeanien

Adelaide Ass Kicker aus Australien

Kaffeespezialitäten aus aller Welt können auch aus persönlichen Gründen entstanden sein. Ein australischer Barista kreirte für eine Krankenschwester ein Kaffeegetränk, welches ca. 80 Mal stärker sein soll als Espresso. Dazu werden vier Espresso-Shots und zwei unterschiedliche Cold-Brew Mischungen zusammengegeben. Der Kaffee brüht besonders langsam und kalt, bevor dieser 48 Stunden lang ziehen muss. So kann der maximale Koffeingehalt gewonnen werden.

Vor dem Trinken erfolgt eine Art Einweisung, da dieser Kaffee nur langsam und schluckweise auf drei bis fünf Stunden verteilt getrunken werden soll um gesundheitliche Probleme einzudämmen. Besonders Herzkranke Menschen oder Menschen die unter hohem Blutdruck leiden, sollten auf das Getränk verzichten. Laut Berichten soll der Wachmacher zwischen 18 und 72 Stunden wachhalten.

Adelaide Ass Kicker: Zubereitung und Warnung

Sonstige Kaffeespezialitäten aus aller Welt

Biohacker Kaffee

Ein Tipp von Sandra vom Blog Dream Destinations.

Der Biohacker Kaffee lässt sich nicht in die üblichen Kaffeespezialitäten aus aller Welt einordnen. Biohacker Kaffee, eher bekannt unter Bulletproof Kaffee, kann man am besten in der Früh trinken. Man merkt wie man Energie bekommt. Seit Sandra diesen Kaffee trinkt, war sie nie mehr in der Früh müde oder unkonzentriert – vor allem wenn man um 4:00 Uhr aufstehen muss.

Zutaten und Zubereitung: ungezuckerter schwarzer Kaffee, ein Esslöffel MCT Öl und ein Esslöffel hochwertige Butter werden für rund 20-30 Sekunden gemixt.

Sandra hat die Erfahrung gemacht, das sie, ohne es zu verraten, den Kaffee hat Freunde kosten lassen. Erst danach hat sie gezeigt was drinnen ist – die Überraschung war groß.

Biohacker Kaffee
Biohacker Kaffee | Foto: Dream Destinations

Weltweite Kaffeekultur: Fazit zu Kaffeespezialitäten aus aller Welt

Ich möchte mich bei allen teilnehmenden BloggerInnen herzlich für ihre Beiträge bedanken! Nur dank eurer Hilfe ist ein so ausführlicher Kaffeeguide für Kaffeespezialitäten aus aller Welt entstanden. Probiere dich gerne durch die verschiedenen Kaffees und teste die außergewöhnlichen Spezialitäten der weltweiten Kaffeekultur.

Lass mich/uns auch gerne wissen: welche ist deine Lieblingskreation?

 

 

 

4 Kommentare zu „21 Kaffeekulturen und Kaffeespezialitäten aus aller Welt

  1. Wow, da hast du ja einiges aufgelistet. Bis auf den Dalgona Coffee sind mir alle unbekannt gewesen. Allerdings trinke ich auch keinen Kaffee.
    Allerliebst <3

  2. Danke für deinen unfassbar langen und detallierten Beitrag 🙂 Ich bin keine Kaffee-Trinkerin, rieche ihn aber unheimlich gerne (der Geschmack ist mir allerdings zu bitter, egal wie viel Milch und Zucker ich reinschütte). Ich habe aber jetzt Kakao mit Koffein für mich entdeckt 🙂

    Liebe Grüße,
    Nadine

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