#DBakel: Sänk ju for träwelling with Deutsche Bahn

Zugfahrt Berlin – Oldenburg, eigentliche Fahrzeit 5.5 h, reale Fahrzeit 8.5 h: Sänk ju for träwelling with Deutsche Bahn!

Die Ruhe vor dem Sturm

Nach einem aufregenden Wochenende, an dem ich Hatari in Hamburg und Berlin sah, trat ich am Dienstag den 04.02. die Heimreise aus Berlin in Richtung Oldenburg an.
Meinen Freund verabschiedete ich in Berlin in Richtung Senftenberg. Danach trottete ich zu meinem Gleis. Der Zug war pünktlich und recht leer. So bekam ich einen Sitzplatz im IC nach Hannover.
Um Geld zu sparen, zog ich mein Ticket bis Hannover und entschied mich von dort aus mit dem Nahverkehr zu fahren um mein Semesterticket nutzen zu können.

Deshalb hatte ich in Hannover ungefähr 40 Minuten Wartezeit, bis der Anschlusszug kam. Also ging ich mir etwas zu Essen holen und machte mich danach auf den Weg zu meinem Gleis. Dort waren so viele Menschen, das war mir ziemlich suspekt. Und der Zug, der um 15:20 Uhr fahren sollte, war um 15:23 Uhr noch nicht einmal eingefahren.
Zack! Die Anzeigetafel ließ den Zug verschwinden, der nachfolgende ICE wurde angezeigt und fuhr sogar ein. Erst da tauchte unser Zug als Folgezug des ICEs auf der Anzeigetafel wieder auf. Eine kurze Durchsage stellte klar, dass aufgrund einer verspäteten Bereitstellung des Zuges eine Verspätung von ca. 15 Minuten zu erwarten sei. Ja gut, kein Ding. Aber kaum war die Durchsage ausgesprochen, folgte die nächste. Auf der Anzeigetafel strahlte uns ein „fällt aus“ entgegen.

From Dusk till Dawn

Kann ja irgendwie auch nicht sein, dass es vor fünf Minuten hieß, dass der Zug zu spät käme und im nächsten Moment sowas.. der Zug die Stunde davor schien auch bereits ausgefallen zu sein. Ersatz? Wo denkste hin?
Sänk ju for träwelling with Deutsche Bahn oder so.
Ein Mädchen war sogar so traurig, dass es nicht nach Hause konnte, dass es in Tränen ausbrach und lauthals weinte. Die sichtlich genervte Mama versuchte sie zu beruhigen.

Die nächste Möglichkeit um in Richtung Bremen/Oldenburg zu kommen, fuhr erst eine Stunde später. Denn der ICE der gegen 15:45 Uhr fahren sollte, hatte eine saftige Verspätung.
Nach einer Stunde Rumdümpelei am Hannoveraner Hauptbahnhof versuchte ich erneut mein Glück. Auf ins Getümmel und mitten in die Menschenmenge! Und man glaubt es kaum, aber ein Regio fuhr tatsächlich gegen 16:18 Uhr ein. Mit Geschiebe und Gedrängel fand man einen Platz in der Sardinenbüchse und fuhr dann in gemütlicher Atmosphäre mit viel Körperkontakt in Richtung Bremen. Einsam fühlen musste sich niemand.

Hannover Hauptbahnhof
gestrandet in Hannover

Irgendwann ergatterte ich einen Sitzplatz und dachte mir: aus Bremen komm ich gut weg, eine Stunde Verspätung ist ja kein Problem.
Aber als ob der DB-Gott (gibt es sowas?) mich gehört hätte, gab’s direkt einen Widerspruch aus den Zuglautsprechern. „Reisende in Richtung Oldenburg nutzen ab Bremen den Schienenersatzverkehr vor dem Bahnhof am Bussteig J.“
Durch einen entgleisten Güterzug zwischen Bremen und Delmenhorst wurden Schönen und die Oberleitung zerstört, sodass der Zugverkehr eingestellt wurde. Ersatzbusse gab es dafür.

Sind wir hier beim Tokio Hotel Konzert?

In Bremen hüpfte ich also mit Koffer und Schallplatte in der Hand aus dem Zug und beeilte mich um den Bus Richtung Delmenhorst zu bekommen. Schnellen Schrittes flitzte ich durch den Bahnhof. Draußen tummelte sich eine Menschenmenge am besagten Bussteig. Genervte Menschen in Hülle und Fülle. Kinder die quengelten, weil sie hungrig waren. Besoffene mit ihren Bierdosen mittendrin und die nervigen Drängler, die man kennt.

Ein voller Bus fuhr weg und ich stellte mich zu der wartenden und größtenteils genervten Meute. Ein weiterer Bus kam, öffnete sowohl vorne als auch hinten die Türe und war schneller voll, als ich Debakel sagen konnte.
Und so ging es eine Weile. Reisebusse voller Menschen, Koffer und Kinderwagen verließen den Hauptbahnhof, das Gedränge war schlimm. Nach dem sechsten Bus hatte ich keine Lust mehr zu warten und schmiss mich mit ins Gedränge. Hallelujah! Das war ja schlimmer als auf einem Tokio Hotel Konzert. Und glaub mir, ich kann beides beurteilen!

Bremen Hauptbahnhof: Sänk ju for träwelling with Deutsche Bahn
Warten in Bremen

So ziemlich als letzte ergatterte ich mir einen Platz in dem siebten Bus und musste das ältere Ehepaar, mit dem ich mich nett unterhalten hatte, zurücklassen. Für sie war kein Platz mehr.
Ich stand also vorne im Busfahrerbereich mit fünf weiteren Personen und versuchte sowohl mich als auch meinen Koffer festzuhalten. „Wenn ich jemanden mit meinem Koffer überrolle, war das keine Absicht“, schmiss ich in die Runde. Immerhin ein Schmunzeln konnte ich den Leuten abgewinnen.
Ein Mitfahrer bequatsche den Busfahrer, ob er Musik anmachen könnte. Der dreht für eine halbe Minuten NDR 1 auf und stellte das Radio danach wieder aus. Dafür plauderte er ein wenig mit uns. Der arme Kerl konnte ja schließlich nichts für dieses Zugdrama.

Sänk ju for träwelling with Deutsche Bahn

Gegen 19:10 Uhr kamen wir in Delmenhorst an und fielen beinahe aus dem Bus, als dieser die Türen öffnete. Der Bahnhof war voll (vermutlich so voll wie nie zuvor) und überall standen Reisende. Die einen warteten auf eine Möglichkeit Richtung Bremen zu kommen, die anderen wollten Richtung Oldenburg oder weiter. Weitere 25 Minuten mussten wir in der Kälte stehen, bis die Nordwestbahn kommen sollte. Ein nettes Pläuschchen Mitleidenden blieb da gar nicht aus. Durchgefroren waren wir alle froh, als wir in die NWB steigen konnten. Da war es nämlich warm. Und wie zu erwarten voll. Richtig voll. So voll, dass auf dem Weg nach Oldenburg einige Menschen mit Fahrrad nicht einsteigen konnten. Ich frag mich bis heute, ob die Personen dann auf den nächsten Zug gewartet haben. Und ob sie da mitfahren konnten..

Denn Döner macht schöner

Doch weißt du, was der Knüller war? Eine Familie hatte sicher vorher Essen geholt, spricht nichts dagegen. Doch der Vater reichte seiner Tochter die Pommes. Der Duft stieg zwischen den Menschen hervor. Die zweite Portion Pommes wurde in Richtung Mutter und Sohn gereicht. Diese war sichtlich genervt und meinte „Nicht jetzt!“ Dabei hatte sie den Sohn auf dem Schoß, während die Tochter fröhlich ihre Pommes mampfte. „Du kannst doch nicht nur ein Kind füttern, weißt du was das für einen Terror gibt?“ In einem ähnlichen Wortlaut wurde sich geeinigt, dass der Sohn auch Pommes essen konnte.
Der Mann holte einen Döner aus der Tüte und wollte ihn seiner Frau reichen, die erneut genervt ablehnte. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab genüsslich seinen Döner im vollen Zug zu verspeisen.
Manche verkündeten ihren Unmut auch laut.

Zum krönenden Abschluss fuhr mir mein Bus in Oldenburg vor der Nase weg.. was für ein Tag!

 

#DBakel: Die Kolumne von Milk & Sugar und The Road Most Traveled

Hier gibt es mehr #DBakel Geschichten von mir. Pierre hat scheinbar den Bann gebrochen. Seit dem diese Kolumne online gegangen ist, sind ihm keine wirklichen #DBakel mehr passiert.. Was mach ich falsch?

6 Kommentare zu „#DBakel: Sänk ju for träwelling with Deutsche Bahn

  1. Wenn wir nach Berlin wollen, um etwas zu erleben, sind wir auch auf die Bahn angewiesen! Meistens klappt es ganz gut, aber wenn man es mal sehr eilig hat, kommt plötzlich kein Zug! Ich kann deinen Unmut verstehen!

    Liebe Grüße
    Jana

  2. Achso an dem Tag als der Güterzug entgleiste ist das passiert. Blödes timing. Aber ich habe auch schon Schneefahrten mit der Bahn gehabt. Sehr spannend. Müsste dir mal die Story zu meine Fahrt nach Lübeck im Dezember 2017 schicken. da war Schnee Chaos.

    xoxo Vanessa

    1. Ich lese gerne Bahnstories.. kann auch wieder eine verbloggen. Stecke gerade in Braunschweig fest. Aber habe immerhin ein Hotelzimmer bekommen 🙂

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